In den 10 Tagen in Casablanca versuchen wir, eine Cargofirma zu finden, die unsere Motorräder nach Süd- oder Nordamerika verfrachtet. Flugzeug oder Schiff, das ist uns egal. Wir schreiben einige Firmen per e-Mail an und manche lassen sich genauere Daten zusenden. Leider erhalten wir danach keine Antwort mehr.
Wir fahren direkt zu Cargofirmen am Hafen in Casablanca und erfahren, dass diese keine Transporte für Privatpersonen machen. Eine Firma macht uns Hoffnung und der Transport wäre kein Problem, aber auch von dieser kommt die versprochene Rückantwort nicht.
Frustriert beschliessen wir, die Motorräder zurück nach Deutschland zu bringen und den Transport mit der Firma INTIME aus Hamburg abzuwickeln. Über INTIME haben wir im Internet nur gutes gelesen. Transporte sind in alle Welt möglich. Per Schiff und per Flugzeug. Die Preise sind ehrlich berechnet, aber vor allem kann man sich darauf verlassen, dass es keine versteckten Kosten oder Überraschungen in dieser Hinsicht gibt.
Wir entscheiden uns für Cancun in Mexiko, fly&ride mit airberlin von Düsseldorf aus, was bedeutet, dass wir die Möps nicht in teuren und arbeitsaufwendigen Kisten verstauen müssen. Sie werden einfach auf Paletten verzurrt.
Mit Olaf Kleinknecht von INTIME läuft der Kontakt und der Ablauf der Buchung komplikationslos und schnell.

Eigentlich darf kein Gepäck in den Koffern verbleiben, aber wir haben Glück und unsere Motorradjacken und die Helme können wir darin belassen. Die Motorräder und alles was dran und drin ist, wird genau unter die Lupe genommen.
Im Tank dürfen nur 3 Liter Benzin sein, jegliche Druckbehälter und leicht entzündlichen Stoffe müssen entfernt werden. George hat in seinem Werkzeugkoffer WD40 vergessen und man sagt uns, dass so eine Nachlässigkeit auch schnell mal zu einer Anzeige führen kann. Oder, falls der Besitzer nicht selber das Motorrad zum Zoll bringt, die Maschine stehen gelassen und nicht verfrachtet wird.

Abends buchen wir unseren one-way-Flug und ergattern noch einen günstigen Platz im gleichen Flieger. So reisen wir quasi „auf unseren Motorrädern“ nach Mexiko.
Die letzte Nacht in Deutschland übernachten wir in einem Hotel in Flughafennähe, weil der Flieger 8:50 Uhr abheben wird. Zeit genug, schon abends das Gepäck abzugeben und einzuchecken. Der airberlin Mitarbeiter weist uns darauf hin, dass wir einen Rückflug vorweisen müssen oder einen Flug raus aus Mexiko, der spätestens am Ablaufdatum des Visas statt finden muss. Airberlin kontrolliert das und wenn man Pech hat, kann man nicht mitfliegen. Also buchen wir den billigsten Flug raus aus Mexiko, den wir finden können. Nach Kuba. Wir werden versuchen, den Flug zu stornieren.
Tatsächlich müssen wir am nächsten Morgen bei airberlin den Weiterflug vorzeigen. In Mexiko interessiert das niemanden.

Während des Fluges nach Cancun verteilen die Stewardessen die Formulare für die Einreise nach Mexiko. Super, denn das verkürzt die Wartezeit am Zoll enorm und die Zollbeamten müssen nur kurz kontrollieren und ihre Stempel auf die Papiere und in den Reisepass drücken. Die Hitze in Mexiko erschlägt uns fast. Aber wir sind am Ziel angekommen.

Der 04.02. ist ein Samstag und wir erfahren vom mexikanischen Zoll, dass wir die Motorräder erst am Dienstag abholen können, da am Montag ein Feiertag ist.
Am Dienstag machen wir uns früh am Morgen voller Enthusiasmus auf den Weg.

Als erstes fahren wir mit dem Taxi zu Leisure Cargo, wo unsere Papiere für den Zoll schnell und freundlich bearbeitet werden. Für die zeit begrenzte Einfuhr von Fahrzeugen, müssen wir zur Banjercito-Bank im Hafen Juarez, ( Adresse: Carretera Puerto Juarez Punta Saam km 300 Manzana 2 Sm 86, 85, 77520 Cancún, Q.R.  GPS: N21.190740 W-86.807299.) um dort pro Motorrad 400 US-Dollar Kaution zu hinterlegen. Die Summe können wir bar oder per Kreditkarte hinterlegen. Bar hat den Nachteil, dass wir das Geld bei der Ausreise nur an bestimmten Grenzübergängen zurück bekommen würden. Per Kreditkarte müssen wir nur die Motorräder ordnungsgemäß pünktlich spätestens nach 180 Tagen aus dem Land bringen und das Zolldokument abgeben, egal an welchem Grenzübergang, und das Geld ist am folgenden Werktag wieder auf unserem Konto.
Das erste Taxi, welches wir besteigen, bringt uns zur falschen Bank. Das nächste findet die richtige Adresse. Die Bankangestellte möchte unsere Visa sehen und die liegen in unserem Apartment. Außerdem verlangt sie Kopien von diversen Dokumenten z.B. auch von unseren Reisepässen, Führerscheinen und den Fahrzeugpapieren.
Also geht’s per Taxi wieder zurück zum Apartment, Visa holen, Dokumente im Copyshop kopieren lassen und per Taxi wieder zur Bank.
Zum Glück winkt uns die Bankangestellte sofort zum Schalter und wir müssen uns nicht mehr in der Warteschlange einreihen.
Die Bearbeitung in der Bank kostet pro Motorrad 60 US-Dollar.

Wieder winken wir ein Taxi heran. Die Fahrt zum Flughafen soll 30 Dollar kosten. Das seien Festpreise. 30 Dollar, egal von wo aus man zum Flughafen fährt. Da gibt es auch kein Verhandeln und wir müssen diesen Preis zahlen.

Im Flughafenzoll wissen die Beamten Bescheid: Ach, die beiden Hondas! Wir dürfen als Besucher mit orangenen Westen und Visitor-Clip in das Zollgebäude.

Drei Büros kontrollieren unsere Papiere und die Fahrgestellnummern der Motorräder. Das alles kostet noch mal 2800 Pesos, ca. 140 Euro.

Nach 8 Stunden, 6 Taxifahrten und um ca. 300 Euro leichter, sitzen wir wieder auf unseren Möps und fahren erschöpft, aber glücklich, zu unserem Apartment. Mexiko, wir kommen….

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