Technikbericht: Royal Enfield Himalayan

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Im Oktober 2018 bin ich mit meiner Royal Enfield Himalayan auf eine Reise, von Deutschland aus, durch 26 Länder und 36.000 km gefahren! Die Reise hat ein Jahr gedauert und ist im Oktober 2019 zu Ende gegangen.

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Hier berichte ich über die technischen Eigenheiten und Probleme meiner REH und natürlich auch über die gefundenen Lösungen, Inspektionen, Reparaturen und Ersatzteilbeschaffung.

Die technischen Probleme der REH auf der gesamten Reise waren:
-Griechenland bei 9700km. Der Laderegler lädt die Batterie nicht auf
-Griechenland bei 10.200 km -Ganganzeige funktioniert nicht mehr
-Griechenland bei 11.300 km. Der Motor ölt. („Kinderkrankheit“ des Modells bis 2018)
-Armenien bei 20.000 km. Das Lenkkopfkugellager ist kaputt.

 

Ausführliche Problembeschreibungen und Lösungen

November 2018: Kilometerstand 9.700 km. Der Laderegler lädt die Batterie nicht auf.
Griechenland: Kaum sind wir wir in Griechenland angekommen, schmort der Schalter der Heizgriffe durch. Könnte sein, dass das die Ursache für folgende Elektronikprobleme ist.

Nach ein paar Wochen Standzeit, lässt die REH sich nicht starten. Batterie wird ausgebaut und aufgeladen. Die REH springt an und geht nach ein paar Minuten, ohne gefahren zu werden, wieder aus. Die Batterie ist wieder leer. Wir laden sie noch mal auf und fahren schnell zur nächsten, 5 km entfernten, Motorradwerkstatt Motomad in Arta / Griechenland. Batterie wird geprüft und ist in Ordnung. Aber sie bekommt keinen Strom vom Motorrad
Vermutung: Laderegler defekt.
Wir setzen uns mit dem Händler (Mototrend) in Wuppertal in Verbindung, da die REH noch Garantie hat und ich sie dort gekauft habe. Und Garantiefälle werden immer über den Verkäufer abgewickelt. Der Garantiefall wird in der Generalvertretung in Österreich gemeldet und anerkannt.
Die Generalvertretung in Österreich sendet den Laderegeler nach Wuppertal und von dort wird er per Postweg nach Griechenland geschickt. Das dauert 2 Wochen!
Der Mechaniker Dimitris, von Motomad in Arta, findet in der Zwischenzeit eine andere Lösung. Werksseitig führen vom Laderegler zwei rote Kabel in den Kabelbaum und durch den Kabelbaum wird die Batterie geladen. Motomad hat diese Steckverbindung „angezapft“, dort ein Zusatzkabel angeklemmt und direkt an der Batterie angeschlossen.
Das Ziel ist, dass die Batterie Strom direkt vom Laderegler bekommt und nicht über den Umwege durch den Kabelbaum.
Und siehe da, Strom kommt in der Batterie an…der alte Regler funktioniert. Das Problem muss also im Kabelbaum liegen! Die REH bekommt einen Voltometer, so dass ich immer sehen kann, wie viel Strom die Batterie bekommt. Der Voltometer zeigt, dass es immer ausreichende 13,8 bis 14 Volt sind.

Den neuen Laderegler, der aus Wuppertal eingetroffen ist, nehmen wir vorsichtshalber mit auf die Reise..

UPDATE : Wir haben den neuen Regler nicht gebraucht. Die Lösung von der Motorradwerkstatt Motomad in Arta, übersteht die gesamte Reise und es funktioniert immer noch!

Original Bremsbeläge durch Sinterbeläge ersetzt
Die vorderen original Bremsbeläge werden auf meinen Wunsch durch Sinterbeläge ersetzt. Die Vorderbremse wird durch Sinterbeläge etwas „griffiger“, was mir bei unseren Bergtouren und auch bei schnellen Fahrten, mehr Sicherheit gibt. Durch Zufall haben wir herausgefunden, dass das Motorrad von George, die Yamaha XT 660Z, genau die gleichen Bremsbeläge und Bremsvorrichtung hat, wie die REH. Die Bremsbeläge passen und sind effizienter.

Januar 2019: Kilometerstand 10.200 km – Ganganzeige funktioniert nicht mehr!
Griechenland: Die Ganganzeige funktioniert nicht mehr, aber zum Glück werden Leerlauf „N“ und auf der Ganganzeige die „0“, weiterhin angezeigt. Also werde ich die weitere Reise ohne Ganganzeige fahren, was mich nicht weiter stört. Ich melde dieses aber meinem Händler in Wuppertal, so dass ich den Sensor nach unserer Rückkehr als Garantiefall ersetzt bekomme.
Kosten im Januar:
Griechenland – Motomad /Arta: 165,- Euro Arbeit incl. Material für Zusatzkabel, Ölwechsel, Bremsbeläge, und neue Heizgriffe. Das ist extrem günstig.

Wir machen eine 1600 km Tour durch das Pindosgebirge und Peloponnes in Griechenland. Die REH brummelt zufrieden über jeden Berg und durch jede Kurve. Es macht einfach Spass und wir sind zufrieden.
Wir besuchen die Royal Enfieldvertretung in Athen (Motostuff) und lassen dort die 10.000 km Inspektion durchführen
– Ventilspiel ist minimal verstellt
– Austausch der original Birne durch LED-Birne

Der Mechaniker gibt uns wertvolle Tipps:
Über die Elektronik:
Die Stromversorgung der REH reicht nicht aus für zu viele Elektronikanbauten (Heizgriffe, 12-Volt Stecker, Navi etc.) Man kann den Stromverbrauch ausgleichen, indem man die Birne des vorderen Scheinwerfers durch eine LED-Birne ersetzt, die nur minimal Strom braucht. Meine REH erhält eine LED Limastar H4 High/Low 6000K und leuchtet somit fast heller als die Sonne.

Über das REH-Handbuch
Wenn man das Buch liest, bekommt man den Eindruck, als ob es sich um eine Anleitung für eine Waschmaschine oder Mikrowelle handelt…bitte stecken sie keine Hunde, Katzen und andere Haustiere in das Gerät! Auch im REH-Handbuch liest man ähnliche verrückte Sachen.. wie z.B., dass man beim Überholen mehrmals hupen soll, den Kopf niemals zu den Spiegel drehen soll, sondern nur geradeaus gucken. Ähnliches findet sich auch in Bezug auf Inspektionen: Technisch wird dort alle 5000 km eine Inspektion empfohlen, wo auch die Ventile überprüft werden sollen. Alle 10.000 bis 15.000 km sollen diverse Teile ausgetauscht werden z.B. die Kupplungsscheiben, komplette Kette mit Ritzeln, Benzinschläuche usw.. Das erscheint uns und auch Motostuff / Athen, übertrieben.

Über die Ventile:
Die Ventile bei 10.000 km waren minimal verstellt, eigentlich wäre eine Einstellung nicht nötig gewesen, wurde aber gemacht. Dass die Ventile sich innerhalb der ersten paar 1000 km verstellen, ist wohl bei fast jedem Motorrad normal. Motostuff / Athen sagt, ich könne nun 15.000 km fahren bis zur nächsten Überprüfung. Eine Überprüfung alle 5000 km sei völlig übertrieben!

UPDATE : Nächste Ventil Einstellung habe ich bei 32.000 km machen lassen. Die REH hat es mir „gesagt“ und sie mussten tatsächlich eingestellt werden.

Über die Zündkerze:
Motostuff rät eindringlich dazu, nur Bosch-Zündkerzen zu benutzen. Dieses sei auf einer Weiterbildung in der Generalvertretung Österreich so gesagt worden.
UPDATE : Bei 25.000 km habe ich die Zündkerze gewechselt.

Kosten im Februar:
Griechenland– Motostuff Athen 88,- Euro für Inspektion, Ventile einstellen, incl. LED-Birne.

Februar 2019: Kilometerstand 11.300. Der Motor ölt. („Kinderkrankheit“ REH-Modell bis 2018)
Das Problem ist schon bald nach dem Kauf der REH aufgetreten. Schon auf unserer Probetour in die Schweiz / Österreich und retour. Es zeigt sich ein leichtes Ölen auf der linken Seite an den Zylinderkühlrippen. Die Enfieldvertretung Wuppertal, Mototrend, sagte damals, dass es normal sei und dieses Symptom als „Schwitzen“ bezeichnet wird. Es wurde die Kettenspanner-Schraube überprüft, etwas angezogen und das war‘s!

In Griechenland und bei 11.300 km können wir nicht mehr von „Schwitzen“ reden sondern von beunruhigendem Ölen. Die 2 Schrauben auf der linken Seite, die die Zylinderkühlrippen zusammen halten, sind so locker, dass man sie mit der Hand drehen konnte, aber sie lassen sich nicht mehr fest anziehen! Beide Schrauben kann man samt Gewinde raus ziehen.

Dieses Problem ist eine Kinderkrankheit des Modells. Es ist mittlerweile bei Enfield bekannt und wurde bei den nachfolgenden Modellen behoben. Die zwei Schrauben sollten durch 5 mm längere Schrauben ersetzt werden (M6x35), mit Unterlegscheiben aus Kupfer und Loctide blau, angezogen werden.
In unserem Fall müssen auch neue Schraubgewinde rein gedreht werden.. der Motorblock muss fast zerlegt werden.
Wir fragen bei der Generalvertretung in Österreich nach: Um diesen Schaden auf Garantie beheben zu lassen, sollen wir uns an eine Vertragswerkstatt wenden. Nur dort werden die Kosten übernommen.
In Griechenland gibt es bis zu diesem Zeitpunkt nur eine Vertretung in Athen und eine in Thessaloniki. Beide sind um die 450 km weit von unserem Standort entfernt. Der ADAC übernimmt lediglich einen Transport zur nächsten Motorradwerkstatt (wir haben die Premiummitgliedschaft) Man hat uns folgende Optionen aufgelistet:
A) Der Transport zur nächsten grösseren und guten Werkstatt ist kostenlos
B) Wenn wir das Motorrad nach Athen transportieren wollen, müssen wir 200€ zusätzlich aus der eigenen Tasche bezahlen.
C) Alternativ könnten wir kostenlos das Motorrad zurück nach Deutschland transportieren lassen!

Die Enfieldgeneralvetretung in Österreich ( ich habe mittlerweile mit denen direkt telefoniert) sagt mir: „Wir sind nicht Schuld daran, dass Sie so weit entfernt von unseren Vertretungen sind! Wir übernehmen keine Kosten!“ Da soll einer nicht fluchen….
Wir stecken in Schwierigkeiten, aber andererseits sind wir froh; dass alles das in Griechenland passiert…es ist unsere zweite Heimat und wir sind der Sprache mächtig. Wir bleiben gelassen und überlegen unsere Optionen.
Ein Transport zurück nach Deutschland kommt nicht in frage.
Wir haben also Option A) 200 € aus eigener Tasche bezahlen, plus Spesen, d.h. gesamte Kosten ca. 400€.
Oder Option B) In Arta reparieren lassen und auf die Garantie pfeifen.
Wir entscheiden uns für Option B.
Wir vertrauen die REH wieder den Händen von Dimtris, von der Werkstatt Motomad / Arta, an. Und macht wieder einen tollen Job. Alles läuft gut, das Problem wird gelöst und ich bezahle die 150 € Reparaturkosten aus meiner eigenen Tasche.

UPDATE: Die Reparatur von Dimitris hat die gesamte Reise überstanden und hält immer noch.

 

Juni 2019 Kilometerstand 20.000 Das Lenkkopfkugellager ist kaputt
Armenien, Juni 2019: Die Lenkung hakt und es wird immer heftiger…das geradeaus fahren wird immer schwieriger. Wir sind betrübt und machen uns Sorgen.
In Armenien, und nach unserem Wissensstand, gibt es keine Enfieldvertretung. Postpakete aus dem Westen dauern lange. Wir sind in der Nähe der Armenischen Hauptstadt Yerewan. Dort stehen die Chancen für eine gute Werkstatt und Ersatzteile am besten.
Wir machen Mittagspause in einem Restaurant und nutzen das frei WiFi, um Informationen zu sammeln. Mag sein, dass die Marke Enfield nicht überall vertreten ist, aber sie hat einen unschlagbaren Vorteil und das ist die weltweite Fangemeinde.
Wir schreiben sofort unser Problem an unseren facebook-Freund Heiko, der virtuell mit uns reist. Sein Wissen ist überdurchschnittlich gross und wir wünschen jedem Reisenden so einen hilfreichen Mensch im Hintergrund.
Durch das Werkstattbuch, das wir dabei haben, wissen wir die Bestellidentifikationsnummer der Lenkkopfkugellager. Es ist SKF 30205 J2. Heiko bestätigt das.
Es war so beeindruckend zu sehen, wie schnell Heiko reagiert hat, so dass ich seine Antwort hier im Original einfüge:
Heiko: „SKF Bezeichnung: SKF 30205 J2. Bei dieser Bezeichnung steht J2 wahrscheinlich für die Abdichtung, relevant im Ernstfall also 30205. Ich schau  mal wo das verbaut wird, schätze mal dass ihr mom. in Dacia Land seid?„
5 Minuten später:
Heiko: „Das Lenkkopflager ist ein Normteil, das wird bei vielen Autos als Radlager verbaut.
Äquivalent: CHEVROLET : 96316635 FORD : XM34 1216 AA, 4488728, 3666958, 1522731, XM34 1216 CA MAZDA : XM34-12-16AA, 9960-30-2050, XM34-12-16CA, 4488728, S083-33-075, 3666958 RENAULT : 82 00 166 667, 82 00 061 679, 77 03 090 098 SUBARU : 06103-0205
Also ab zu Renault, Dacia oder Ford. 2 Radlager anfragen, – und auf dem Lager nachsehen da sollte 30205, besser noch 30205J2 draufstehen. Solltest Du die Wahl haben: Lithiumverseiftes Fett nehmen ( sowas wie Castrol LMX ö.ä. ) …und den Fettkragen stehenlassen dann kommt auch kein Dreck rein. „

Uns plumpst ein Stein vom Herzen. Voller Zuversicht fahren wir nach Yerewan …und wie man es von anderen Hauptstädten kennt, so ist es auch hier. Zuerst kommt Industriegebiet mit grossen Geschäften, Autohäusern, Werkstätten und Vertretungen.
Auch eine Fordvertretung mit Werkstatt. Mit der Bestell-und Identifikationsnummer im Handy gehen wir hinein und kommen 15 Minuten später mit 2 neuen Lenkkopfkugellagern raus … und nicht nur das! Wir haben auch eine Adresse von einer Motorradwerkstatt namens Dreamrider.
Fast euphorisch fahren wir weiter.
Der Großstadtverkehr und die stundenlange Suche nach der Werkstatt, lässt uns wieder auf den Boden kommen …Dreamrider liegt versteckt in einem Hinterhof und in einer Grossraumgarage. Wir sind sicher 5 mal vorbei gefahren…mittlerweile ist es Spätnachmittag und wir befürchten, dass die Werkstatt geschlossen hat.
Mit den Lenkkugelkopflagern in der Hand, gehen wir in die Werkstatt. Artur, der Mechaniker, ist noch am arbeiten und er hat den Auftrag angenommen. Auch das Gabelöl soll gewechselt werden. Die REH bekommt Gabelöl mit etwas höherer Viskosität.
Über booking buchen wir ein günstiges Hostel ein paar hundert Meter weiter. Wir geniessen noch mal Yerewan und sagen Artur, dass er sich keinen Stress machen muss.

Am nächsten Tag nachmittags ist die REH fertig. Wir holen sie ab, zahlen umgerechnet 60 € und sind glücklich.
Artur ist eine sehr guter Mechaniker. Er hat eine super Arbeit gemacht. Die Lenkung fühlt sich wie neu an und das neue Gabelöl macht das fahren angenehmer.
Aber es ist etwas passiert, was man als menschliches Versagen unter Stressbedienungen bezeichnen könnte oder auch als grob Fahrlässig?…Artur hat vergessen, die Schrauben an der vorderen Bremse anzuziehen!

Gut 100 km weiter, unter erbärmlichen Strasssenbedingungen, haben sich beide Schrauben an der Bremse verabschiedet…die Vorderbremse hängt neben dem Rad und ich habe es mitbekommen, als ich wegen einem vor mir fahrenden LKW bremsen musste…es kam nichts…die Bremse war tot!.. Es war einer der gefährlichsten und heikelsten Momente meines Lebens!

Aber ich merke… ich drifte weg vom Thema und fange an Reisegeschichten zu schreiben. Den Rest der Geschichte könnt ihr im Armenienbericht lesen. Nur so viel dazu: Wer 2 neue Schrauben für die Vorderbremse braucht, wählt die m8x1.25x55mm, Unterlegscheiben nicht vergessen und natürlich Loctite blau!

Antriebskette
Juli 2019 Kilometerstand 25.000 Antriebskette gewechselt.
St. Petersburg Russland. Juli 2019 Die Werkskette der REH hat bis jetzt gut gehalten, aber seit ein paar tausend Kilometern wird sie immer länger. Wir spannen sie mittlerweile so 2x die Woche. Weil wir immer weiter Richtung Norden durch Russland fahren werden und wir uns dort, mehr oder weniger, in der Pampa befinden, habe ich mich entschlossen, die Kette zu wechseln. Ich bin in eine KTM Werkstatt in St.Petersburg gefahren und eine Stunde später hatte die REH eine goldene DID VX525 Kette. Benötigt wird eine Kette mit 110 Gliedern. (Standard Ritzel u. Kettenrad)

Reifen:
Bei 12.000 km habe ich die Pirellis gegen Heidenau K60 Scout gewechselt. Mit den Scout bin ich 20.000 km gefahren. Ich war damit sehr zufrieden und habe noch mal Heidenau montieren lassen. Ein Tip: Dazu noch die Heidenau 3mm Schläuche aus Naturkautschuk einbauen lassen ( normale Schläuche sind 1,5mm) Die 3mm-Schläuche sollen quasi unverwüstlich sein!

Fazit: Meine Meinung zur Royal Enfield Himalayan ist mehr als positiv. Dies ist ein einfaches Motorrad und egal, in welcher Werkstatt ich auch immer war, ich fand sofort Hilfe. Abgesehen von den „Kinderkrankheiten“, an denen jedes neue Modell leidet, waren die anderen Pannen normaler Verschleiss.
Man muss bedenken, dass diese Reise ein Härtetest für uns beide war. Zusammen haben wir vieles erlebt. Wir sind mit Polizeibegleitschutz in Tunesien, in die Wüste Sahara, auf Bauernwegen in der Türkei, auf vielen kaputten Strassen (teilweise war der Zustand wie bombardiert), durch die russische Tundra, und so weiter…gefahren. Ein ganzes Jahr durch 26 Länder und 36.000 km! Ich bin mit der REH nicht gestürzt, hatte keinen Unfall.. überall hat sich meine Royal Enfield Himalayan tapfer geschlagen und mir einen Haufen unvergesslicher Bilder, Eindrücke und Erfahrungen beschert.

unvergesslicher Bilder, Eindrücke und Erfahrungen

Aber jetzt kommen wir zum allerwichtigsten: Mit meiner Himalayan bin ich nach einem Jahr unversehrt nach hause zurück gekehrt und genau das ist, was zählt!
Ich werde sicherlich mit diesem Motorrad nochmal verreisen, ich werde sie pflegen und wer weiss, vielleicht werde ich sie eines Tages an eines meiner Enkelkinder vererben….

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19 thoughts on “Technikbericht: Royal Enfield Himalayan

  1. Danke für den ausführlichen Bericht !
    Ich wundere mich, dass deine Reifen bei 11300 noch so viel Profil haben, Meine original-Pirellis haben bei 6300 Km schon weniger Profil als deine, und ich fahre praktisch nur auf Asphalt…

    1. Hallo Roland, vielleicht hilft der Bericht dem ein oder anderen, wenn ähnlich Probleme auftauchen. Keine Ahnung, warum meine Reifen noch so viel Profil haben. Ich bin ja sogar die überwiegende Zeit mit viel Gepäck gefahren. Bevor wir weiter reisen, bekommt meine REH noch neue „Schuhe“. Ich schwanke zwischen Mitas und Heidenau…..

      1. Ich fahre auf meiner Africa Twin die Heidenau K60 Scout. Guter Reifen, hält sicher weit über 10000 km. Eine gute Mischung zwischen Gelände und Straße, geht beides gut. Das einzige was mich stört: sie sind laut.

        1. Probiere doch mal Mitas E07. Es gibt Berichte von Reisenden, die ca. 20.000 km mit dem Vorderreifen gemacht haben und nach 22000 km der Hinterreifen noch nicht auf war..

    1. Hallo Marc, danke für das Lob 🙂 Dann toitoitoi, dass deine REH weiterhin ohne Probleme bleibt. Ich bin jetzt auch zuversichtlich, dass bei meiner alles in Ordnung ist…gut ist es, dass die Probleme hier in Greichenland auftauchten, statt irgendwo im Nirgendwo auf der Reise 🙂

  2. Hi ihr Zwei,
    Großartig, was ihr bisher unternommen und erlebt habt* und faszinierend, was ihr demnächst alles vorhabt.
    *Damit meine ich natürlich auch Eure Abenteuer mit den Hondas.
    Einige Tipps von Annette (Sinterbeläge – für vorne, denn die Hinterradbremse empfinde ich als gut genug) LED Limastar H4 high / low 6.000K werde ich wohl demnächst auch einbauen (lassen).
    Bisher hatte ich Glück, denn meine Himalayan hat noch keinerlei Probleme gemacht.
    Allerdings werde ich demnächst (habe aktuell 12.000 km drauf) wohl den dritten Satz Reifen brauchen.
    Na ja, wir fahren zu 90% zu Zweit ausschließlich auf Teer und von den restlichen 10% fahre ich maximal die Hälfte auf Naturstraßen.
    Ich saß nie schlecht auf der Himalayan, habe mir trotzdem ein Lenkerverlegung draufmachen lassen. Damit ist der Lenker etwas höher und etwas näher bei mir.
    Nun sitze ich noch entspannter.
    Weil ich (wegen einer OP) in der linken Hand wenig Kraft habe, habe ich mir noch „Easy Clutch“ an die Kupplung bauen lassen. Seitdem ist die sowieso schon relativ leichtgängige Kupplung noch leichter.
    Ich wünsch Euch, dass ihr eure lebensbejahende Abenteuerlust, eure traumwandlerische Ruhe, Überlegt- und Sicherheit bei unvorhergesehenen Situationen behaltet und – dass trotzdem solche Situationen die Ausnahme bleiben, sowie viel positive Erfahrungen auf eurer weiteren Reise, die ich gespannt verfolgen werde.
    Das ist jetzt keine Floskel: Voller Hochachtung und Bewunderung:
    Maxmoto

    1. Hallo Max, wir bedanken uns für die guten Wünsche. Wir nehmen sie mit auf unsere weitere Reise.
      Vor der ersten Reise habe ich (Annette) gedacht, dass so eine Reise ja jetzt wohl eine völlig verrückte Idee ist…aber wenn man einmal „Blut geleckt“ hat, will man immer weiter. Und ab einem gewissen Zeitpunkt wird das Reisen zum Alltag. Es tritt eine Routine ein im Tagesablauf. Irgendwie wird das zur Normalität und das Gefühl, das sei nun etwas bewundernswertes, das empfinden wir gar nicht so. An manchen Tagen ist alles ganz einfach, an anderen kommt man an seine Grenzen und ab und zu muss man auch über seine Grenzen gehen und die Komfortzone verlassen. Selten entsteht auch Stress. Das erfordert tatsächlich eine bewusste Überlegtheit und eine gute Portion Vernunft. Die schönen Erlebnisse entschädigen aber für alle Anstrengungen. Wir haben viel dazu gelernt auf der ersten Reise und dieses Wissen hilft uns jetzt.
      Es ehrt uns, wenn uns jemand Hochachtung und Bewunderung entgegen bringt. Danke, Max.

      Liebe Grüsse, auch herzlichst an Liane und euch beiden allzeit sichere Fahrt und gaaaanz viele schöne Erlebnisse auf euren Touren mit der Enfield.
      Annette & George

  3. toller bericht, vielen dank dafür. ich fahre seit über 100.000 km heidenau scouts auf meiner reise bmw r 100 gs. ja, sie sind laut, aber sowohl bei nässe als auch bei zügigem kurverfahren absolut sicheres gefühl und die letzten habe ich nach 21.000 km ( für mich selbst fast unglaublich) gewechselt. die letzten 3 bis 4 tsd km war das fahren allerdings nicht mehr so richtig schön .
    da nun bald eine tour auf den balkan ansteht, werd ich vorher auf heiden umrüsten…

    1. Hallo Jörg, das hört sich beruhigend an. Wir sind gespannt, wie lange unsere Scouts durchhalten. In manchen Ländern ist es ein wenig kompliziert, Reifen zu bekommen und es ist gut, wenn man das nicht ständig im Hinterkopf haben muss. Wir wünschen dir gute Fahrt und tolle Erlebnisse auf deiner Balkantour. Annette & George

  4. danke für euren informativen bericht. werd im mai losfahren auf längere tour. hab bisher mit heidenaus unglaubliche km leistungen auf bmw r 100gs gehabt (min 15 tsd, max 21 tsd v. und h. ) und werd die scouts auch auf die hima machen. interessant find ich die lösung mit dem zusatzkabel. kannst du das bitte genauer beschreiben ?
    weiterhin gute fahrt
    und solltest du in der türkei durch trabzon kommen schau mal in der werkstatt von ilhan öksüz motogaraj trabzon rein , da ist ne tolle truppe von mopped reisenden und eine supergute werkstatt . (sindauch auch fb)

    1. Hallo Jörg, vielen Dank für den Tip mit der Werkstatt. Sie liegt fast auf unserem Weg und Trabzon scheint zudem ein sehr schöner Ort zu sein. Nun zum Kabel: Wenn du deinen Laderegler anschaust, wirst du sehen, dass zwei rote Kabel vom Laderegler zum Kabelbaum führen. Unser Mechaniker hat ein Zusatzkabel genommen, eines der roten Kabel des Ladereglers angezapft (rote Isolierung etwas entfernen, Zusatzkabel anklemmen) und das andere Ende des Zusatzkabels direkt am Pluspol der Batterie angeklemmt. Zusätzlich habe ich einen Voltometer bekommen und kann immer kontrollieren, ob meine Batterie Strom bekommt und wie viel. Ich habe immer noch die Originalbatterie. Schöne Grüsse aus der schönen Türkei, Annette & George

      1. tessekür ederim, (danke auf türk)
        ich war einige male in der türkei und bin angetan von der natur in den bergen besonders im nordosten. und natürlich auch von der gastfreundschaft . in der nähe von trabzon liegt das sumela kloster, sehr sehenswert.
        in den bergen um trabzon werden tee und haselnüsse angebaut, wunderbare strecken in die berge.
        solltet ihr durch geo und arm fahren, geb ich gern einige erfaheungen weiter an euch.
        auf jeden fall, weiterhin eine spannende reise…☯️

  5. Hallo, meine Himalayan verbraucht von Anfang an 0,2l Öl auf 1000 km.
    Mein Händler meint das sei bei dieser Art von Motor normal.
    Wie ist das bei euch bzw was haltet ihr von dieser Aussage.
    Übrigens waren mein Pirelli hinten bei 6800 Kilometer fertig. Fahre jetzt Conti TKC 70 und bin sehr zu frieden.
    Beste Grüße, Lothar

    1. Hallo Lothar, die Conti TKC 70 ist eine sehr gute Wahl. o,2l Öl verbrauch auf 1000 km ist sehr viel! das ist nicht normal.. unsere Motorrad verbraucht keine Öl.. 2,0l Öl rein nach 10.000 km beim Ölwechsel kommen ca 2,0l Öl wieder raus!

  6. Hallo,
    ein sehr guter u. vor allem informativer Bericht. 🙂
    Eure Erfahrungen werde ich bei meinen Reisen mit meiner neuen Himalayan absolut berücksichtigen.
    Habt vielen Dank für das Teilen eurer Erfahrungen.
    Sowas kann man nicht mit Geld aufwiegen.

    Eine kleine Ergänzung zu den Angaben der DID-Kette, da solltet Ihr nicht nur die Teilung 525 sondern auch die Anzahl der Kettenglieder immer angeben.
    Benötigt wird eine Kette mit 110 Gliedern. (Standard Ritzel u. Kettenrad)

    Lg Edi

    1. Hallo Edi, vielen Dank für deinen netten Kommentar und das feedback. Das mit den Kettengliedern werden wir korrigieren bzw. hinzufügen. In vielen Ländern bekommt man (unsere Erfahrung) oft nur Ketten mit 112 Glieder und sie werden vor Ot angepasst.
      Wir wünschen dir mit deiner Himalayan viel Freude und allzeit gute Fahrt.
      Schöne Grüsse von George & Annette

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